Die Panflöte ist in verschiedenen Arten auf der ganzen Welt verbreitet. Auch in Rumänien kennt man die Panflöte, -"nai" genannt. Ursprünglich kam die "nai" über die Türkei nach Rumänien. Dank dem rumänischen Zigeunervolk hat die "nai" ihre Existenz durch die Jahrhunderte hindurch bewahrt.
Ab 1944 begann in Rumänien ein neues Zeitalter in kultureller, sozialer und politischer Hinsicht. Die "nai", als Folklore-Instrument bekannt, drohte in Vergessenheit zu geraten. Weil die Folklore ein wichtiger Bestandteil der rumänischen Idendität ist, wurde dieser auch eine besondere Stellung zuteil. So kam es, dass der damals als einzig bekannter Panflötist "Fanica Luca", vom Staat den Auftrag erhielt, die "nai" vor dem Untergang zu retten. In 1949 wurde das Folklore-Institut in Bukarest gegründet. Fanica Luca wurde als Lehrer in Ehren angestellt. Zu seinen Schülern gehören Berühmtheiten wie Gheorghe Zamfir, Nicolae Pirvu und Damian Luca.
Fanica Luca's berühmte Schüler haben die "nai" in der ganzen Welt verbreitet, sowie Repertoire und Spieltechnik erweitert. Heutzutage wird die "nai" in allen Genre's (z.B. klassisch, jazz...), bespielt.
Die rumänische Panflöte "nai" kann ganz verschiedenartig und in verschiedenen Stimmungen gebaut werden. Fanica Luca stimmte seine Panflöte in G-Dur und konnte mit seiner Blastechnik Halbtöne produzieren. Seither ist G-Dur zur Standart-Stimmung geworden. Davor wurde die "nai" individuel gestimmt mit Erbsen oder Reis. Mit Hilfe von Stimmstöcken ist es möglich, Bienenwachs aus den Rohren herauszuholen oder hineinzustopfen. Panflöten in anderen Tonarten gestimmt ist offiziell nicht üblich. Die Spieltechnik macht es möglich, auch in anderen Tonarten zu spielen. Für einen Halbton wird die Öffnung des Rohres durch eine Kippbewegung oder Veränderung der Embouchure verkleinert. Jeder Ton muss neu intoniert werden.
Meistens wird für die Rohre Bambus oder Tonkin genommen.
Es werden aber auch andere Materialien verwendet wie z.B. Hartpapier, Turbonit, Holz, Glas, Plastik.
Zur Verzierung und Stabilisierung der Rohre wird die "nai" meistens mit einer Holzleiste versehen. Diese Holzleiste wird auf der Vorderseite oftmals mit Schnitzereien verziert. Der seither berühmteste Panflötenbauer "Preda", besitzt als Markenzeichen solche Schnitzereien, welche ein bekanntes rumänisches Folkloremuster darstellen.