FAMILIE RAAP,
FAMILIENURSPRUNG: AMSTERDAM

Zusammenfassung der Familiengeschichte

aktualisiert: 28-07-08

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Aus dem Buch:"Armorial Général"
von J.B. Rietstap (1903)

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Aus der Wappen-tafel der Herren XXXVI,
Stadtraten von Amsterdam (1612)


Inhalt:
Ursprung des Familiennamens "Raap"
Kurze Familiengeschichte
Andere Familien Raap
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Ursprung des Familiennamen "Raap"
In dieser Familie ist der Ursprung des Familiennamen "Raap" ein Hausname oder Adressename. Im 16. Jahrhundert wohnte der Stammvater dieser Familie, Adriaan Pietersz. in Amsterdam zuerst in einem Haus, das den Namen "'s-Hertogenbosch" trug und wenig später in einem angrenzenden Haus, welches im Vorgiebel einen Frontstein hatte, der eine "raap" (d.h. Rübe) darstellte. In jenen Zeiten wurden viele Häuser mit derartigen Frontsteinen oder Aushängeschildern ausgestattet. Diese dienten als Adressezeichen, weil damals eine systematische Strassenbenennung und Hausnummerierung noch fehlten. Im Nordteil der Niederlande wurde der name des Hauses häufig dem Patronymikum des Inhabers hinzugefügt. Auf diese Art und Weise wurde er deshalb Adriaan Pietersz. Raap genannt. Als das Haus "De Raap" abgebrochen wurde, ist der Frontstein im oberen Teil der Frontseite des Hauses "'s-Hertogenbosch" eingemauert. Das Haus und der Stein sind noch zu sehen auf dem Platz Dam 11, Amsterdam.

Das Haus "´s-Hertogenbosch", Dam 11, Amsterdam
Photo: Jelle Raap, Suwâld, Friesland

Das haus Dam 11 neben Hotel "Krasnapolsky" und hinten dem "Nationaal Monument".

Frontstein mit "Raap" im Giebel
Photo: Jelle Raap, Suwâld, Friesland

Kurze Familiengeschichte
Adriaan Pietersz. wurde im Jahre 1556 in Vlaardingen geboren. Sein Vater Pieter Leendertsz. starb ein Jahr später. Über seine Jugend ist nichts bekannt. Es ist anzunehmen, daß er eine gute Ausbildung erhielt. In der Periode 1575-1576 war er in Le Havre, Frankreich, wahrscheinlich für ein Handels-Praktikum. In den Jahren 1577 en 1578 reiste er nach Portugal und Spanien "....um das Land kennen zu sehen und die Sprache zu erlernen...", wie er in seinem Memorial schrieb. Im gleichen Memorial informiert er uns, daß er in ungefähr 6 Monaten zu Fuß von Madrid nach Rotterdam zurückkehrte. Er notierte genau die Städte, die er passierte und die zurückgelegten Meilen. Leider gibt er dazu keine weitere Einzelheiten! Aber wir können daraus schließen, daß er sich guter Gesundheit erfreute, die spanische und französische Sprache beherrschte und die nötige sozialen Fähigkeiten besaß um sich den Verhältnissen an zu passen.
Ende 1578 siedelte er um nach Amsterdam. Dort arbeitete er als Lehrling zwei Jahre lang bei einem Kaufmann. Ende 1580 war der Vertrag ausgedient. Noch im selben Jahr heiratete er Maria Claesdr. Cloeck, die jüngere Schwester seines Lehrmeisters.
Adriaan Pietersz. Raap war ein begabter und erfolgreicher Kaufmann. Er wurde Schöffe (Mitglied im Stadtrat) der Stadt Amsterdam. In dieser Function arbeitete er in einigen öffentlichen Dienststellen. Das Historische Museum Amsterdam (Kalverstraat 92, Amsterdam, www.ahm.nl ) hält ein Gemälde (im Depot, nicht zur Schau ausgestellt), auf dem er abgebildet ist als Kapitän eines Schützenregiments (Bürgerwehrregiments) zusammen mit seinen Mitgliedern (ein Teil davon hierunten).

Adriaan Pietersz. Raap (in der Mitte stehend)

Er starb im Jahre 1647, im Alter von 91 Jahren. Er lebte in der Zeit des Achtzigjährigen Unabhängigkeitskrieges gegen Spanien. Glücklicherweise war der Kriegsschauplatz nach 1600 grösstenteils nicht in Holland (der westliche Teil der Niederlande). Geschäften wurden getätigt wie üblich war. So war die Finanzierung dieses Krieges sichergestellt. Ungefär ein Jahr nach seinem Tode, wurde dieser Krieg beendet mit dem Friedensvertrag von Münster (ein Teilvertrag des Friedensvertrags von Westfalen).

Adriaan Pietersz. Raap hatte drei Söhne und eine Tochter.
• Der älteste Sohn, Pieter Adriaansz. Raap (1581 - 1666) war Kaufmann und einer der Schatzmeister von Amsterdam. Er war Leutnant des Schützenregiments (Bürgerwehrregiments) des Kapitäns Dirck Theulingh. Das Regimentsporträt ist zu sehen im Historischen Museum Amsterdam. Er gründete ein Wohnheim ("hofje") für bedürftige alte Witwen der Reformierte Kirche. Das Wohnheim existiert noch immer (Palmgracht 28-38 Amsterdam, nun Studentenwohnheim). In der Frontseite ist ein Stein mit dem Familienwappen und ein weitere Stein, der ein "Raap" darstellt, eingemauert. Weitere Informationen finden Sie bei www.bmz.amsterdam.nl/adam/nl/hofjes/raepen.html und www.amsterdamsegevelstenen.nl/Palmgracht28.htm .
Pieter Raap blieb unverheiratet und starb ohne Nachkommen.

• Der zweite Sohn, Floris Adriaansz. Raap (1583 - 1656), war Tuchkaufmann (Tuch = gefärbte und gewalkte Gewebe aus Wolle; nddt. "Laken"). Einer seiner Söhne, Adriaan Floris Raap (1631 - 1702), wurde ebenso Kaufmann und Schöffe (Mitglied im Stadtrat) der Stadt Gorinchem (Gorkum). Dieser hatte einen Sohn, Floris Adriaansz. Raap (1663 - 1737), der von der Universität Leiden graduierte als "Medicinae Doctor". Dr. Floris Raap blieb unverheiratet.
In der Friesischen Familie Raap wird die Erzählung überliefert, daß dieser Dr. Floris Raap in Amsterdam ein "natürliches" (nicht legitimes) Kind erzeugt habe namens Adriaan und daß dieser Adriaan dieselbe Person sei wie Adriaan Floris Raap (1709 - 1797), Perückenmacher in Leeuwarden, Friesland. Die Richtigkeit dieser spannenden Familiengeschichte ist noch nicht wirklich bestätigt.
In den Taufbüchern und Notarakten aus diesen Zeiten sind noch keine Eintragungen gefunden, die Dr. Floris Raap, das Kind Adriaan aus Amsterdam und den Perückenmacher Adriaan Floris Raap aus Leeuwarden direkt mit einander verbinden könnten. Nach der Lösung dieses Mysteriums wird noch gesucht.
Vorbehaltlich einer möglichen Fortzetsung durch die Raapen in Friesland, ist diese Linie der Familie Raap aus Gorinchem Ende 18. Jahrhundert ausgestorben.

• Der dritte Sohn, Willem Adriaansz. Raap (1585 -1646), unterhielt Handelsverbindungen mit Brasilien und hatte Einkommen aus Schiffs- und Ladungsversicherungen. Er war Sergeant eines Schützenregiments in Amsterdam und auch er ist abgebildet auf einem Regimentsporträt.
Sein Enkel, Willem Adriaansz. Raap (1657 - 1703/1704), war Walöl-Kaufmann. Er war nicht so erfolgreich mit diesem Handel und etwa um1690 zog er in den Polder "De Zijpe" in Nord-Holland. Dort hatte er einige Ländereien, die er geerbt hatte und wovon er seine Lebensunterhaltung erhielt.
Er lebte dort zusammen mit Neeltje Jans, und hatte mit ihr einen Sohn, Adriaan Willemsz. Raap (1699 - 1773). Die Geburt wurde in den Taufbüchern von "De Zijpe" registriert.

Adriaansz. Willemsz. Raap (1699-1773) wohnte in "De Zijpe" als Schleusen-Wärter der "Große Schleuse" (später "Alte Schleuse" = "Oude Sluis"). Er kombinierte diese Function mit der eines Gerichtsboten. Er sicherte die Fortsetzung dieser Linie in der Familie.
Seine Nachkommen lebten fast anderthalb Jahrhundert in "De Zijpe" und direkten Umgebung als Landwirte, Landarbeiter, Handwerker (Tischler, Glaser, Bäcker etc.), Ladenbezitser und Schiffer auf Flussschiffen.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verließen viele "Raapen" die Polder und zogen nach Amsterdam, Haarlem, Rotterdam, Eindhoven und nach (während einiger Zeit) der damaligen Hollandischen Ostindien (Indonesien), wo sie viele neue Berufen ausüben.

  Der Polder "De Zijpe", zwischen den Städten Alkmaar und Den Helder, Provinz Nord-Holland.

Andere Familien Raap
Der Familienname "Raap" ist nicht beschränkt auf eine Familie. Es gibt mehrere Familien Raap, die nicht verwandt sind. Im 17. und 18. Jahrhundert gab es in Amsterdam einige Familien Raap, die zufällig den gleichen Namen trugen. Es gibt Familien Raap, die aus Deutschland in die Niederlande kamen. In Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein wohnen noch immer viele Familien mit dem Namen Raap. In den Archiven des VOC (Vereinte Ostindische Kompagnie) können Sie "Raapen" von Emden und Melsdorf in Dithmarschen (Schelswig-Holstein) finden, die als Matrosen an Bord der VOC-Segelschiffe dienten. Sogar im USA gibt es Familien namens "Raap", sehr wahrscheinlich deutschen Ursprungs.
Lebten nun alle Vorfahren dieser anderen Familien Raap in Häusern mit Frontsteinen oder Aushängeschildern am Vorgiebel mit dem Wahrzeichen einer Rübe oder Raap? Sehr unwahrscheinlich. In anderen Fällen kann der Familienname Raap plattdeutsch sein für Rübe oder eine Umwandlung des Wortes "Rabe" oder "Rebbe". Bemerkenswert ist, daß vor dem 17sten Jahrhundert Holländisch, bzw. Niederländisch und Niederdeutsch (Plattdüütsch oder Norddeutsch) viel gemeinsam hatten. Mittelniederdeutsch im weiteren Sinne umfasste Norddeutschland und den gesamten mittelniederländischen Sprachraum und war auch die Sprache der Hanse.

Links:

www.surnameweb.org/registry/r/a/a/raap.shtml

www.placesnamed.com/r/a/raap.asp

www.ancestry.com/main.htm


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