FAMILIE RAAP,
FAMILIENURSPRUNG:
AMSTERDAM
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Zusammenfassung der Familiengeschichte aktualisiert: 28-07-08 |
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Aus dem
Buch:"Armorial Général" |
zur Hauptseite (Niederländisch) |
Aus der Wappen-tafel
der Herren XXXVI, |
Inhalt:
Ursprung des Familiennamens "Raap"
Kurze Familiengeschichte
Andere Familien Raap
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Ursprung des
Familiennamen "Raap"
In dieser Familie ist der Ursprung des Familiennamen
"Raap" ein Hausname oder Adressename. Im 16.
Jahrhundert wohnte der Stammvater dieser Familie, Adriaan
Pietersz. in Amsterdam zuerst in einem Haus, das den
Namen "'s-Hertogenbosch" trug und wenig später in
einem angrenzenden Haus, welches im Vorgiebel einen Frontstein
hatte, der eine "raap" (d.h. Rübe) darstellte. In
jenen Zeiten wurden viele Häuser mit derartigen Frontsteinen
oder Aushängeschildern ausgestattet. Diese dienten als
Adressezeichen, weil damals eine systematische Strassenbenennung
und Hausnummerierung noch fehlten. Im Nordteil der Niederlande
wurde der name des Hauses häufig dem Patronymikum des Inhabers
hinzugefügt. Auf diese Art und Weise wurde er deshalb Adriaan
Pietersz. Raap genannt. Als das Haus "De Raap"
abgebrochen wurde, ist der Frontstein im oberen Teil der
Frontseite des Hauses "'s-Hertogenbosch" eingemauert.
Das Haus und der Stein sind noch zu sehen auf dem Platz Dam 11,
Amsterdam.
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Das Haus
"´s-Hertogenbosch", Dam 11, Amsterdam |
Das haus Dam 11 neben Hotel "Krasnapolsky" und hinten dem "Nationaal Monument". |
Frontstein mit
"Raap" im Giebel |
Kurze
Familiengeschichte
Adriaan Pietersz. wurde im Jahre 1556 in
Vlaardingen geboren. Sein Vater Pieter Leendertsz. starb ein Jahr
später. Über seine Jugend ist nichts bekannt. Es ist
anzunehmen, daß er eine gute Ausbildung erhielt. In der Periode
1575-1576 war er in Le Havre, Frankreich, wahrscheinlich für ein
Handels-Praktikum. In den Jahren 1577 en 1578 reiste er nach
Portugal und Spanien "....um das Land kennen zu sehen
und die Sprache zu erlernen...", wie er in seinem
Memorial schrieb. Im gleichen Memorial informiert er uns, daß er
in ungefähr 6 Monaten zu Fuß von Madrid nach Rotterdam
zurückkehrte. Er notierte genau die Städte, die er passierte
und die zurückgelegten Meilen. Leider gibt er dazu keine weitere
Einzelheiten! Aber wir können daraus schließen, daß er sich
guter Gesundheit erfreute, die spanische und französische
Sprache beherrschte und die nötige sozialen Fähigkeiten besaß
um sich den Verhältnissen an zu passen.
Ende 1578 siedelte er um nach Amsterdam. Dort arbeitete er als
Lehrling zwei Jahre lang bei einem Kaufmann. Ende 1580 war der
Vertrag ausgedient. Noch im selben Jahr heiratete er Maria
Claesdr. Cloeck, die jüngere Schwester seines Lehrmeisters.
Adriaan Pietersz. Raap war ein begabter und erfolgreicher
Kaufmann. Er wurde Schöffe (Mitglied im Stadtrat) der Stadt
Amsterdam. In dieser Function arbeitete er in einigen
öffentlichen Dienststellen. Das Historische Museum Amsterdam
(Kalverstraat 92, Amsterdam, www.ahm.nl
) hält ein Gemälde (im Depot, nicht zur Schau ausgestellt), auf
dem er abgebildet ist als Kapitän eines Schützenregiments
(Bürgerwehrregiments) zusammen mit seinen Mitgliedern (ein Teil
davon hierunten).
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Adriaan Pietersz. Raap (in der Mitte stehend) |
Er starb im Jahre 1647, im Alter von 91 Jahren. Er lebte in der Zeit des Achtzigjährigen Unabhängigkeitskrieges gegen Spanien. Glücklicherweise war der Kriegsschauplatz nach 1600 grösstenteils nicht in Holland (der westliche Teil der Niederlande). Geschäften wurden getätigt wie üblich war. So war die Finanzierung dieses Krieges sichergestellt. Ungefär ein Jahr nach seinem Tode, wurde dieser Krieg beendet mit dem Friedensvertrag von Münster (ein Teilvertrag des Friedensvertrags von Westfalen).
Adriaan Pietersz. Raap hatte drei Söhne und eine
Tochter.
Der älteste Sohn, Pieter Adriaansz. Raap
(1581 - 1666) war Kaufmann und einer der Schatzmeister von
Amsterdam. Er war Leutnant des Schützenregiments
(Bürgerwehrregiments) des Kapitäns Dirck Theulingh. Das
Regimentsporträt ist zu sehen im Historischen Museum Amsterdam.
Er gründete ein Wohnheim ("hofje") für bedürftige
alte Witwen der Reformierte Kirche. Das Wohnheim existiert noch
immer (Palmgracht 28-38 Amsterdam, nun Studentenwohnheim). In der
Frontseite ist ein Stein mit dem Familienwappen und ein weitere
Stein, der ein "Raap" darstellt, eingemauert. Weitere
Informationen finden Sie bei www.bmz.amsterdam.nl/adam/nl/hofjes/raepen.html
und www.amsterdamsegevelstenen.nl/Palmgracht28.htm
.
Pieter Raap blieb unverheiratet und starb ohne Nachkommen.
Der zweite Sohn, Floris Adriaansz.
Raap (1583 - 1656), war Tuchkaufmann (Tuch = gefärbte
und gewalkte Gewebe aus Wolle; nddt. "Laken"). Einer
seiner Söhne, Adriaan Floris Raap (1631 - 1702), wurde ebenso
Kaufmann und Schöffe (Mitglied im Stadtrat) der Stadt Gorinchem
(Gorkum). Dieser hatte einen Sohn, Floris Adriaansz. Raap (1663 -
1737), der von der Universität Leiden graduierte als
"Medicinae Doctor". Dr. Floris Raap blieb
unverheiratet.
In der Friesischen Familie Raap wird die
Erzählung überliefert, daß dieser Dr. Floris Raap in Amsterdam
ein "natürliches" (nicht legitimes) Kind erzeugt habe
namens Adriaan und daß dieser Adriaan dieselbe Person sei wie
Adriaan Floris Raap (1709 - 1797), Perückenmacher in Leeuwarden,
Friesland. Die Richtigkeit dieser spannenden Familiengeschichte
ist noch nicht wirklich bestätigt.
In den Taufbüchern und Notarakten aus diesen Zeiten sind noch
keine Eintragungen gefunden, die Dr. Floris Raap, das Kind
Adriaan aus Amsterdam und den Perückenmacher Adriaan Floris Raap
aus Leeuwarden direkt mit einander verbinden könnten. Nach der
Lösung dieses Mysteriums wird noch gesucht.
Vorbehaltlich einer möglichen Fortzetsung durch die Raapen in
Friesland, ist diese Linie der Familie Raap aus Gorinchem Ende
18. Jahrhundert ausgestorben.
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Der dritte Sohn, Willem Adriaansz.
Raap (1585 -1646), unterhielt
Handelsverbindungen mit Brasilien und hatte Einkommen aus
Schiffs- und Ladungsversicherungen. Er war Sergeant eines
Schützenregiments in Amsterdam und auch er ist
abgebildet auf einem Regimentsporträt. Sein Enkel, Willem Adriaansz. Raap (1657 - 1703/1704), war Walöl-Kaufmann. Er war nicht so erfolgreich mit diesem Handel und etwa um1690 zog er in den Polder "De Zijpe" in Nord-Holland. Dort hatte er einige Ländereien, die er geerbt hatte und wovon er seine Lebensunterhaltung erhielt. Er lebte dort zusammen mit Neeltje Jans, und hatte mit ihr einen Sohn, Adriaan Willemsz. Raap (1699 - 1773). Die Geburt wurde in den Taufbüchern von "De Zijpe" registriert. |
Adriaansz. Willemsz. Raap
(1699-1773) wohnte in "De Zijpe" als Schleusen-Wärter
der "Große Schleuse" (später "Alte
Schleuse" = "Oude Sluis"). Er kombinierte diese
Function mit der eines Gerichtsboten. Er sicherte die Fortsetzung
dieser Linie in der Familie.
Seine Nachkommen lebten fast anderthalb Jahrhundert in "De
Zijpe" und direkten Umgebung als Landwirte, Landarbeiter,
Handwerker (Tischler, Glaser, Bäcker etc.), Ladenbezitser und
Schiffer auf Flussschiffen.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verließen viele
"Raapen" die Polder und zogen nach Amsterdam, Haarlem,
Rotterdam, Eindhoven und nach (während einiger Zeit) der
damaligen Hollandischen Ostindien (Indonesien), wo sie viele neue
Berufen ausüben.
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Der Polder "De Zijpe", zwischen den Städten Alkmaar und Den Helder, Provinz Nord-Holland. |
Andere Familien Raap
Der Familienname "Raap" ist nicht beschränkt auf eine
Familie. Es gibt mehrere Familien Raap, die nicht verwandt sind.
Im 17. und 18. Jahrhundert gab es in Amsterdam einige Familien
Raap, die zufällig den gleichen Namen trugen. Es gibt Familien
Raap, die aus Deutschland in die Niederlande kamen. In
Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein wohnen
noch immer viele Familien mit dem Namen Raap. In den Archiven des
VOC (Vereinte Ostindische Kompagnie) können Sie
"Raapen" von Emden und Melsdorf in Dithmarschen
(Schelswig-Holstein) finden, die als Matrosen an Bord der
VOC-Segelschiffe dienten. Sogar im USA gibt es Familien namens
"Raap", sehr wahrscheinlich deutschen Ursprungs.
Lebten nun alle Vorfahren dieser anderen Familien Raap in
Häusern mit Frontsteinen oder Aushängeschildern am Vorgiebel
mit dem Wahrzeichen einer Rübe oder Raap? Sehr unwahrscheinlich.
In anderen Fällen kann der Familienname Raap plattdeutsch sein
für Rübe oder eine Umwandlung des Wortes "Rabe" oder
"Rebbe". Bemerkenswert ist, daß vor dem 17sten
Jahrhundert Holländisch, bzw. Niederländisch und Niederdeutsch
(Plattdüütsch oder Norddeutsch) viel gemeinsam hatten.
Mittelniederdeutsch im weiteren Sinne umfasste Norddeutschland
und den gesamten mittelniederländischen Sprachraum und war auch
die Sprache der Hanse.
www.surnameweb.org/registry/r/a/a/raap.shtml
www.placesnamed.com/r/a/raap.asp
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