Potzenmachen

Allein die Mietbusse, die auf dem Hof vor seinem Atelier rangieren, tagsüber, erinnern, klanglich, ein wenig an Großstadt. Ansonsten ist Drachten in der niederländischen Provinz Friesland wenig metropolitan. Hier lebt Jan Ketelaar mit seiner Familie. Und seiner Werkstatt. Ketelaar war nicht immer Künstler. Erst mit knapp vierzig hat der frühere Boxer sein Kunststudium aufgenommen. Und Ketelaar wäre nicht Ketelaar, wäre am Ende des Studiums nicht doch etwas anderes herausgekommen als ein Künstler - nämlich ein Potzenmacher. Das sind ernsthafte Späße, ins Deutschen schwer zu übersetzen. Potzen können Skulpturen sein, wie sie derzeit im Gerhard-Marcks-Haus stehen. Müssen aber nicht. Es kann auch die Idee sein, die libysche Wüste zu bewässern, oder ein gedicht zu schreiben. Vielleicht ist sogar ein guter Vater, Ehemann oder Nachbar zu sein ein Potzen.

Jan Ketelaar im Netz audio fragment

Bron:Kulturg