ISTRIEN

 

<----   Istriens Landkarte

 

Die Kultur Istriens, der größten Halbinsel an der adriatischen Küste, ist

geschichtlich durch die Entwicklung kleiner Städte und die Einflüsse

verschiedener Kulturtraditionen geprägt. Die Verknüpfung von Lebenskulturen,

die einerseits für das Festland und andererseits für die Küstenorte

charakteristisch sind, hat sowohl das Erscheinungsbild der istrischen Städte als

auch die Volksbräuche und die Gastronomie beeinflusst.

 

An der istrischen Nordwestküste liegt der alte Fischerort Savudrija. In dieser

grünen Landschaft reichen die Wälder bis an das Meer heran. Laut Überlieferung

besiegten die Venezianer hier im 12. Jahrhundert die vereinigten Flotten von

Friedrich Barbarossa und Papst Alexander III. In Savudrija ist ein Leuchtturm aus

dem 19. Jahrhundert erhalten, der lange Zeit als der größte an der Adria galt. Er

ist noch immer in Funktion. Die Anfänge des Fremdenverkehrs reichen in das

ausgehende 19. Jahrhundert zurück. Damals wurden die ersten Erholungsheime

errichtet, die wegen ihrer ruhigen Lage und der schönen Küstenlandschaft Gäste

aus ganz Europa anzogen.

 

Südlich von Savudrija liegt die alte Küstenstadt Umag. Sie ist heute mit den

nahe gelegenen Hotelanlagen und Feriensiedlungen zusammengewachsen. Hier

findet seit zehn Jahren das ATP-Tennis-Turnier "Croatia Open" statt. Umag

gehört zu den städtebaulich modernsten Küstenorten.

 

Südlich von Umag befindet sich Novigrad, das man nach einer kurzen Autofahrt

auf der Küstenstraße erreicht. Die Ortschaft liegt am nördlichen Ufer der

Mirna-Mündung, die bereits in der Antike besiedelt war. Heute zieht Novigrad

die modernen Nomaden nicht nur wegen des kristallklaren Meerwassers und der

schönen Badestrände an, sondern auch dank seines reichen Freizeitangebots.

Das Mirna-Tal ist nämlich als Jagdgrund bekannt, aber wer es ruhiger mag, wird

sich mit einer Kanufahrt auf dem Fluss begnügen. In den Abendstunden lockt das

alljährlich im Sommer stattfindende Jazzfestival viele Gäste in die Stadt.

 

Weiter südlich an der Küste liegt Porec, die an historischen Denkmälern

reichste Stadt Istriens. Im Stadtkern kann man noch heute das römische

Grundmuster aus rechtwinklig sich kreuzenden Straßen gut erkennen. Besonders

sehenswert ist die Euphrasius-Basilika aus dem 6. Jahrhundert mit

wunderschönen Mosaiken aus justinianischer Zeit, die unlängst in das

UNESCO-Verzeichnis des Weltkulturerbes aufgenommen wurde. Auch einige

romanische und gotische Wohnhäuser sind gut erhalten. Die Stadt hat zahlreiche

schöne Badestrände aufzuweisen. Die meistbesuchten befinden sich auf der

Insel Sveti Nikola, die der Stadt vorgelagert ist. In Porec und seiner Umgebung

reichen die Pinienwälder bis ans Meer heran. Von der langen

Fremdenverkehrstradition zeugt der erste Stadtführer aus dem Jahr 1845.

 

Nicht weit entfernt liegt ein weiteres malerisches Küstenstädtchen - Rovinj, das

an einem stark gegliederten Küstenabschnitt mit vielen vorgelagerten Inseln

gegründet wurde. Die Schönheit der Stadt und ihrer Umgebung führte bereits

im 19. Jahrhundert zur Eröffnung erster Sanatorien, der Vorläufer der heutigen

Feriensiedlungen. Die Stadt lag ursprünglich auf einer kleinen Insel und wurde

bereits im 7. Jahrhundert erwähnt. Später wurde die Insel durch eine

Geländeaufschüttung mit dem Festland verbunden.

Das Stadtbild wird von der Kirche der hl. Euphemia mit dem 60 m hohen

Glockenturm beherrscht, dessen Spitze die Statue der Schutzheiligen

ziert.Besonders reizvoll sind die vorgelagerten Inseln Sveta Katarina, Sveti

Andrija und Crveni otok, wo sich einst ein Benediktinerkloster befand.

 

Die größten Ortschaften im Landesinneren sind Buzet, Pazin, Motovun, Zminj

und Buje. Buzet liegt am Fuße des Cicarija-Berges und war bereits zur

Römerzeit besiedelt. Die malerische Umgebung der Stadt ist für ihr gutes

gastronomisches Angebot bekannt.

 

Pazin ist die größte Stadt in Mittelistrien. Der alte Stadtkern liegt über der

mehr als 100 m tiefen Fojba-Schlucht, in die der Pazincica-Bach hinabstürzt. Bei

starken Regenfällen entsteht in der Schlucht ein See, der bis zu 3 km lang

werden kann. Die erste Erwähnung dieses Naturphänomens findet man im

phantastischen Roman "Mathias Sandorf" von Jules Verne aus dem Jahr 1885. In

diesem Roman spielt die berühmte Schlucht, die durch einen unterirdischen

Gang mit der Bucht von Lim verbunden ist, eine wichtige Rolle. Doch in

Wirklichkeit gab es keinen solchen unterirdischen Gang.

 

Motovun ist eine der malerischsten Ortschaften Istriens und liegt auf einem

hohen Bergrücken in dem idyllischen Flusstal der Mirna. Unweit des Orts

erstreckt sich der Wald von Motovun (Motovunska suma), in dem man Tröffel

finden kann, die bekannteste gastronomische Spezialität dieser Gegend.

 

Die Ortschaft Buje wurde in römischer Zeit gegründet und bildet heute den

Mittelpunkt eines Gebiets, das sich auf Landwirtschaft und vor allem auf den

Weinanbau spezialisiert hat. Die Weinstraßen, die vielen Gasthäuser (kroat.

konoba) mit ihrem guten Angebot traditioneller Speisen und istrischer

Landweine sind unter Feinschmeckern und Weinkennern wohl bekannt.

 

7 km nordöstlich liegt die Ortschaft Momjan, die von dem Berg Sveti Mauro

überragt wird. Von dort bietet sich ein einmaliger Ausblick auf ganz Istrien, von

der Küste bei Umag bis zum Gipfel der Ucka.