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In diesem dritten Teil eine Beschreibung der Strecke
Aachen Rothe Erde - Sankt Vith.
TEIL 3: Geschichte und Beschreibung der Strecke
Vennbahn Teil 1
Vennbahn Teil 2
Nederlandse versie
Aachen Rothe Erde - St-Vith
Aachen Rothe Erde
Hier die Übersichtskarte
Wenig auffällig beginnt die Strecke nach Raeren. Achte auf das Gleis rechts von der Kreuzweiche. Die Blickrichtung ist Ost, am 8. Mai 1988.
Philipswerk
Aachen Rothe Erde (km 0)
Philipswerk (km 1,8)

Die Vennbahn, damals
und heute

Im heutigen Europa ohne Grenzen ist es kaum zu glauben dass ein kleiner Teil von Belgien in Deutschland lag: die Vennbahn zwischen Raeren und Kalterherberg. Der Erste Weltkrieg war der Grund dafür dass die ursprünglich deutsche Strecke eine belgische wurde, denn der Sieger Belgien wurde erweitert mit u.a. Eupen und Sankt-Vith, heute das deutsch-sprachige 'Ostkanton' von Belgien.
Die Eisenbahn im Hohen Venn verband wichtige Industriegebiete in Luxemburg und Lothringen mit Aachen. Der Bau erfolgte im Auftrag der damaligen preussischen Regierung um umfangreiche Transporte von Kohlen, Erz und Stahl zu ermöglichen.

Die Nord-Südverbindung wurde in Teilen eröffnet:

* Aachen - Monschau:
30. Juni 1885
* Monschau - Waimes:
1. Dezember 1885
* Waimes - Sankt-Vith:
8. (?) November 1887
* Sankt-Vith - Bleialf:
1. Oktober 1888
* Bleialf - Prüm:
15. Dezember 1886

Die Strecke war vom Anfang an stark belegt mit Güterzügen. Von 1890 bis 1909 wurde ein zweites Gleis gelegt zwischen Aachen und Sankt-Vith (-Pronsfeld). Es gab auch einen politischen Grund für diese Entscheidung: Deutschland wollte seine Armee schnell in Richting Frankreich transportieren im Kriegsfall. Etwa 1938, der Güterverkehr wurde fast völlig über Nazi-Deutschland geleitet, war die Strecke wieder eingleisig.
Im Zweiten Weltkrieg gehörte die Vennbahn zum deutschen Eisenbahnnetz. Bei den Kämpfen entstanden grosse Schäden. Fast alle Viadukte wurden gesprengt.
Der Personenverkehr im dünn besiedelten Gebiet hatte immer geringe Bedeutung. Die Reisezüge zwischen Waimes und Sankt-Vith fuhren bis zum 30. Mai 1954. Zwischen Kalterherberg und Weywertz-Nidrum wurden bis etwa 1956 noch Personen befördert, zwischen Weywertz-Nidrum und Waimes bis zum 22. Februar 1959.

Waimes - Sankt-Vith wurde am 28. September 1982 stillgelegt. Am Ende der achtziger Jahre wurden die Gleise entfernt. Sankt-Vith - Ulflingen (Troisvierges) war schon früher abgebaut worden.
Wegen Mängel an den Gleisen rollte der letzte Güterzug zwischen Raeren und Sourbrodt am 30. Juni 1989. Das Belgische Heer wollte aber die Gleisverbindung mit Sourbrodt (Lager Elsenborn) beibehalten. Auf Rechnung des Verteidigungsministeriums wurde die Strecke Trois-Ponts - Waimes - Sourbrodt instand gesetzt. Die Wiedereröffnung wurde gefeiert mit einer Sonderfahrt am 25. August 1989. Vom 2. Juni 1990 bis 2001 betrieb ein Verein ohne Erwerbszweck Züge für Touristen.
Zwischen Waimes und Weywertz fuhren von 1988 bis zum November 2003 Holzzüge von Schaarbeek nach Büllingen (via Trois-Ponts).
Da die Belgische Armee nach dem Ende des Kalten Krieges die ehemaligen Ostblockstaaten nutzte für Übungen, wurde Sourbrodt kaum noch per Bahn angefahren. Die Belgische Staatsbahn stellte den Güterverkehr auf der Venn-bahn völlig ein im Jahre 2004.
Auf der Strecke Sourbrodt - Kalterherberg fahren seit dem 17. Juli 2004 Draisinen statt Züge.
Die übrigen Teile der Strecke Raeren-Trois-Ponts wurden zwischen Dezember 2007 und
Frühjahr 2010 abgebaut. Jetzt kann man die Vennbahn mit dem Rad oder zu Fuss geniessen.

110 Rothe Erde
Im Bahnhof Aachen Rothe Erde, an der Hauptstrecke nach Köln, zweigt die Vennbahn ab. Lok 110 425 mit Eilzug 3407 nach Koblenz am 8. Mai 1988.
Links ein Teil der Gleise bei Philips. Rechts die Reste der Strecke nach Raeren. Vom Haltepunkt war am 8. Mai 1988 nichts mehr zu sehen.
Brand (km 5,6)
Brand
Der ehemalige Güterschuppen und das Bahnhofsgebäude in Brand, abgelichtet am 8. Mai 1988. Die Gleise waren hier etwa vor einem Jahr entfernt.
Niederforstbach (km 7,4)
Niederforstbach
Radler und Wanderer nützen jetzt die Bahn-strecke, wie hier in der Nähe des ehemaligen Haltepunkts Niederforstbach (8. Mai 1988).
Kornelimünster (km 9,7)
Kornelimünster

Das Bahnhofsgebäude in Kornelimünster am 8. Mai 1988.
Nicht weit vom Bahnhof gibt es noch diesen Viadukt, einer der wenige die nicht zerstört sind im Zweiten Weltkrieg.

Hahn (km 12,2)
Walheim (bei Aachen) (km 13,6)
Walheim
Walheim war ein wichtiger Bahnhof mit mehreren Formsignalen und einem Fabrik- anschluss (Reste im Vordergrund), 2. Mai 1984.
Schmithof (km 15,5)
schmithof
Ein Hund überwacht den Fotografen am 8. Mai 1988. Der Bahnsteig des ehemaligen Haltepunkts Schmithof ist rechts noch einigermassen ze erkennen.
Raeren (km 19,3)
seinen Raeren
Das Empfangsgebäude in Raeren kann seine deutsche Herkunft nicht leugnen (4. September 1984). Auf dem zweiten Bild auch eine Erinnerung an die deutsche Verwaltung: Formsignale. Links die Gleise nach Sourbrodt, rechts nach Eupen.
Rötgen (km 28)
Rötgen

Die Fahrdienstleitung und die Bahnhofsgleise in Rötgen am 4. September 1984.

Lammersdorf (km 36,8)
Lammersdorf
Das Dienstgebäude in Lammersdorf, Blickrichtung Nord, am 4. September 1984.
Konzen (km 41,4)
Konzen
Den Bahnsteig vom Haltepunkt Konzen gibt es noch am 4. September 1984, wie die Laderampe.
Monschau (km 45,6)
Monschau
Monschau
Kalterherberg (km 52,5)
hgb kalterherberg
Im Grenzbahnhof Kalterherberg war mal eine Zugkreuzung möglich. Links sieht man noch wo das zweite Glas lag. Eine Aufnahme vom 8. Mai 1988.
rötgen
Die Lage in Monschau am 2. Mai 1984, aus dem Süden.
Sourbrodt
hgb Raeren
Am 8. Mai 1988 konnte von diesem Haltepunkt nichts mehr fotografiert werden.
viaduct Kornelimünster
sourbrodt
detail sourbrodt
seinbrug sourbrodt
afscheidsexcursie TSP
emplacement sourbrodt
hoge venen
Die Lokführer hatten besonders zwischen Kalterherberg und Sourbrodt einen schönen Blick über dem Venn (4. September 1984). Jetzt kan mann hier einen Ausflug machen auf einem 'Bahnrad'.
Weywertz / Wévercé
hgb Weywertz
Das Bahnhofsgebäude in Weywertz wurde durch Flammen zerstört. Am 4. September 1984 war es noch da.
Faymonville
halte Faymonville
Waimes
Zum Schütz der Reisenden war dieses Betonhäuschen gemeint in Faymonville, am 4. September 1984.
hgb waimes
hgb waimes uit richting st vith

Foto oben:
links die Strecke nach St-Vith, rechts die Zweigstrecke nach Trois-Ponts. Ganz rechts sieht man einen Teil des Güterschuppens.
Foto unten:
Das Bahnhofsgebäude aus dem Süden.

Ondenval
ondenval
Montenau
Montenau
Links beim Baum stand das Bahnhofsgebäude von Montenau, das etwa 1980 abgerissen wurde. Wir schauen in die Richtung St-Vith (8. Mai 1988).
opbraak Ondenval - Montenau
Born Village
born
born village
Born
St-Vith
st-vith
emplacement st-vith
Vennbahn Teil 4

>> Teil 4
St.-Vith - Prüm / Troisvierges

spoorfietsen sourbrodt
Der Beginn einer Draisinenfahrt in Sourbrodt.
Mit diesem Gerät werden die Weichen und Signale in Rötgen bedient, den 2. Mai 1984.

Sourbrodt war ein wichtiger Bahnhof wegen des Übungsplatzes Elsenborn. Das Lager war durch eine Schmalspurbahn mit dem Bahnhof verbunden. Berühmt war die Brücke mit Formsignalen, die etwa 1989 zerlegt wurde.
Nach Renovierung entstanden im Jahre 2009 zehn Sozialwohnungen im Bahnhofsgebäude (Foto Robert Huls).

 

Fotos links:
(1+2) Das Empfangsgebäude am 4. September 1984.
(3) Nach Renovierung, April 2009.
(4+5) Die Signalbrücke und einen Blick in nördliche Richtung (8. Mai 1988).

Im Sommer 2004 gab es einige Abschiedfahrten auf der Vennbahn. Am Samstag den 7. August machte das TSP eine Fahrt mit nicht weniger als drei Grossdiesel-loks. Das Personal der NMBS, zuständig für Weichen und Signale, beobach-tet die 'Parade' für die Fotografen.

Das Hauptgleis in der Nähe von Ondenval, kurz vor dem Abbruch. Eine Aufnahme des 8. Mai 1988.
Die Gleise verschwinden: der Einschnitt zwischen Ondenval und Montenau wird zugeschüttet (8. Mai 1988).
Bei diesem Bahnübergang lag der Haltepunkt Born Village (Dorf). Im Hintergrund der Viadukt der Strecke Born - Vielsalm (8. Mai 1988).
Bei Born zweigte die Strecke nach Vielsalm ab. Die Reste sind kaum zu sehen. Links die Ruine einer Wärterbude (4. September 1984).
Am 4. September 1984 lag noch ein Hauptgleis in St-Vith, aber genutzt wurde es fast nicht mehr. Rechts das ehemalige Personalgebäude.
Ein Blick von der Strasse über dem Südteil des Bahngeländes (4. September 1984).
Holz zum Hohen Venn
holzzug
Viele Jahre wurde Holz aus dem Hafen in Schaarbeek (bei Brüssel) mit der Bahn transportiert nach Büllingen. Sicco Dierdorp fotografierte einen der letzten Züge, gezogen von 5540+5515, nicht weit vom Endstation am 22. November 2003.
Der einzige Bahnhof an der Vennbahn mit Zugverkehr (über Eupen) ist Raeren; seit dem Frühling 2005 werden dort Loks repariert von Rails et Traction in einem Schuppen der ehemaligen V.o.E. Vennbahn.
Im Empfangsgebäude lebt nog der Bahnhofsvorsteher (im Ruhestand). Der letzte reguläre Personenzug fuhr in Raeren ab am 28. März 1959.
Dienstgebäude
Das Dienstgebäude von Konzen wurde nach dem Feuer nach Weywertz überf:ührt (Foto 23. Mai 2008).
sourbrodt Wohnungen
Strecken nach Monschau und Jünkerath
Die Strecke nach Bütgenbach und Jünkerath (rechts) ist schon verschwunden. Die Gleise nach Monschau (links) werden bald folgen (23. Mai 2008).
Vennbahn Teil 5

 

Vennbahn