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Das römische Theater von Orange - Photo ov, Juni 1980

Römisches Recht

Für das römische Recht gibt es einige sehr gute Netzseiten, teilweise gerade in deutscher Sprache. Auch deswegen bleibt die Information hier nur knapp, aber klar. Die Themen sind die Geschichte des römischen Rechts, Inhalt und Struktur des Rechts, Quellen und Literatur, gegebenfalls auch Übersetzungen, und zum Schluss Hinweise auf anderen Netzseiten.

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Geschichte des römischen Recht im Altertum

Wenig ist bekannt über die Anfangen des römischen Rechts. Im 8. Jahrhundert v.C. war Rom schon dar als eine etruskische Stadt. Die erste bekannte Quelle zum Recht der Römer sind die Zwölftafelgesetzen im noch recht archaïschen Latein des 5. Jahrhunderts v.C. Nach der Königszeit haben Konsuln und der Senat Rom regiert. Nur wenige hatten Rechtskenntnisse ehe die Zwölftafelgesetzen ein Mindestmaß der Rechtssicherheit brachten. Mitglieder der angesehenen Familien, besonders Patrizier und Senatoren, gaben Ratschlägen zu rechtlichen Fragen. Der Senat konnte neuen Gesetze feststellen oder über Vorschlägen der Konsuln stimmen. Mehr ist bekannt über die späte Republik (2. und 1. Jahrhundert v.C.). Der Praetor verkündete jedes Jahr ein Edikt in dem er bekanntmachte wie seine Rechtssprechung sein würde. Auch die Censoren hatte einen teilweise rechtlichen Auftrag, die sittliche Aufsicht. Obwohl er selbst kein Jurist war, bekommt man aus den Plädoyern und Briefe von Cicero ein fesselndes Bild der Rechtsprechung seiner Zeit. Rechtskenner fangen an Bücher zu schreiben. Rom hatte sich längst vom Stadtstaat zum Weltreich am Mittelmeer entwickelt.

In der Kaiserzeit lebten die große Juristen. Einige von ihnen arbeiteten im Dienst des Kaisers. Bekannte Namen sind Ulpian, Papinianus, Paulus und Julian. Eine juristische Einführung auf Namen des Gaius, seine Instituten, ist vollständig erhalten. Die Briefe des Statthalters Plinius zeigen oft Rechtsfragen die er dem Kaiser präsentierte. Das Edikt des Praetors würde fixiert. Ende 4. Jahrhundert versuchte Kaiser Theodosianus vergeblich Ordnung im Recht zu schaffen mit seinem Codex. Während der letzten Phase des späten Kaiserreich im frühen 6. Jahrhundert hat Justinian erneut versucht Rechtseinheit zu bringen durch die Sammlung kaiserlichen Dekreten. Es bracht ein neuer Codex. Später folgten noch seine eigene Gesetzen dazu, die Novellen. Auch hat er eine geordnete Anthologie der klassischen römischen Juristen anfertigen lassen, die Digesten oder Pandekten. Für das juristische Unterricht hat er eine Neufassung der Instituten von Gaius herstellen lassen. Die justinianische Kodifikation ist die Grundlage gewesen für das Studium und die Erneuerung des römischen Rechts im Mittelalter. 

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Inhalt und Struktur des römischen Rechts

Das römische Recht ist zuerst und generell auch Privatrecht, Recht also von und zwischen Bürgern. Im Vergleich sind das Staatsrecht und Völkerrecht weniger wichtig gewesen. Das römische Rechts befaßt sich mit den Beziehungen zwischen Personen, mit ihren Rechtshandlungen und den Rechte die sie an Güter haben. Rechtspersonen waren ganz speziell die Väter der römischen Familien, die buchstäblich Paterfamilias waren. Sie übten eine große Macht aus über ihren Frauen, Kindern und Sklaven. Ein wichtiges Element war auch das Prozessrecht. Kannte das ältere Recht ein Unzahl strengstens nachzufolgen Prozessformeln, in einer späteren Phase könnte man unterschiedliche "actiones" benützen. Die Frage war dabei oft welche Aktion man nützen sollte oder dürfte. Es entstand also ein Bedürfnis der Interpretierung. Die Prozessparteien handelten selbst, und ein Richter hatte seine Stelle erst beim Ende des Prozesses. Es gab kaum Gerichte wie heute. In den großen Staatsprozessen woran Cicero beteiligt war, war die Rolle des Advokats mehr die eines Redner als die eines modernen Advokats.

Am römischen Rechts ist die detaillierte und doch knappe Behandlung der Problemen auffallend. Viele Sachen beobachtet man durch den Blick auf einem Kasus zu richten, einem konkreten Fall (vergleiche die Beispielen). Man redet nicht abstrakt von Schaden, sondern von einem Wagen der jemanden verwundet auf dem Weg zum Kapitol. Diese Kasuistik ist wichtiger als eine straffe Systematik, auch wann man später oft versucht hat das römische Recht systematisch einzuteilen. Die berühmte Juristen schrieben Bücher zu verschiedenen Themen oder kommentierten das prätoriale Edikt. Das Erbrecht war der eigentliche Kern des römischen Rechts. Familierecht, Sachen- und Güterrecht und das Obligationenrecht waren neben dem Prozessrecht die andere große Teilgebiete. Das juristische Gehalt des römischen Rechts ist derartig das es Juristen in vielen Zeitalter und in fast aller Welt entweder unmittelbar oder indirekt tief beeinflußt hat. Man hat es auch wegen der römischen Geschichte großes Prestige beigemessen. 

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Die Quellen des römischen Rechts

Viele Quellen sind durch den Jahrhunderten verloren gegangen. Die Gelehrten reden von Quellen vor und nach Justinian. Man hat die Zwölftafelgesetzen rekonstruiert aus den Werken späterer Juristen. In gleicher Art und Weise ist das prätorische Edikt uns übermittelt geworden. Im Codex Justinianus sind frühere kaiserliche Dekreten bearbeitet und harmonisiert. Durch ihren Inschriften wissen wir welcher Kaiser  ein Dekret ursprünglich veranlaßt hat. Die Digesten oder Pandekten sind zusammengebracht als eine Anthologie der wichtigsten klassischen Juristen. Die Inschriften bei jedem Lex oder Gesetz machten es möglich die Selektion zu rekonstruieren und auch festzustellen welche Werke es ursprünglich gegeben hat. Die leges sind nach Themen geordnet in Tituli. Diese Titeln sind geordnet in 50 Libri oder Bücher. Eine neue deutsche Übersetzung wird seit einigen Jahren bearbeitet. 2001 hat man eine fünfteilige niederländische Übersetzung mit parallelem Originaltext vollendet. 

Justinian - die Fassungen der Latin Library

Neulich sind zwei Editionen zur römischen Gesetzgebung erschienen :

Es gibt auch elektronische Fassungen einiger Quellen im Netz:

Einige Wörterbücher:

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Literatur zum römischen Recht

Es gibt buchstäblich eine Unmenge Bücher im diesen Bereich. Zuerst mal einige auch für Nicht-Juristen gemeinte Titel, deren Lektüre gerade für Juristen interessant ist:

Einige Titel hier sind von der Tradition her genannt. Für die "aussere" Geschichte:

Es gibt sehr viele Handbücher zur "inneren" Geschichte des römischen Rechts, nur schon im Rahmen der Pandektistik des 19. Jahrhunderts (Britz, Dernburg, Vangerow, Windscheid)! Deswegen hier nur einige Bücher:

Wichtige Zeitschriften zum römischen Recht sind:

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Netzseiten

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